Bonjour tristesse oder so ähnlich



Endlich mal wieder ein Gastbeitrag meiner Frau - danke dafür!


Ich sitze gerade in meinem Büro und der Blick aus dem Fenster ist neblig. Sehr neblig. Eigentlich sehe ich kaum zum anderen Haus hinüber. Jetzt könnte ich schreiben, dass sich jeder Nebel verzieht und dann auch wieder die Sonne kommt. Das ist auch diesmal sicher irgendwann der Fall. Tröstet mich gerade eben aber nicht. Der Nebel drückt auf meine Stimmung.


Auch das ist eigentlich für den Monat November nichts Besonderes, doch dieser November ist besonders. Besonders neblig. Besonders drückend. Besonders eingeschränkt. Ja, ich glaube auch genau das drückt mir auf die Stimmung. Der Nebel verkörpert nochmal genau das, was mir Angst macht. Ich sehe die Weite nicht. Ich fühle mich eingeengt und gefangen in diesem Dunst. Dass dies gerade sehr gut zu der momentanen Situation passt in der wir uns alle befinden muss ich vermutlich nicht erklären.


Seit Monaten dreht sich die Welt um dieses leidige Corona-Thema und ich habe Angst. Mal betrifft es größere Themen wie Angst vor Schulschließung und dann wieder kleinere Alltagsthemen. Aber ich fühle mich ausgelaugt und müde mit dieser ständigen Angst zu leben und ich möchte das eigentlich auch nicht mehr. Nur habe ich da jetzt eine Wahl? Diese Frage treibt mich um. Ich habe mich vor ein paar Jahren in einer ziemlichen Krise befunden und war auch da sehr müde und ausgelaugt. In der Zeit habe ich mich immer mehr mit mir selbst beschäftigt und damit wonach ich eigentlich suche und woher diese Unzufriedenheit kommt. Ich bin letztlich zu dem Schluss gekommen, dass man immer eine Wahl hat. Oft nicht gleich ersichtlich und oft auch schwer umzusetzen, aber grundsätzlich hat man diese Wahl. Diese Erkenntnis verschafft erstmal eine gewisse Freiheit im Kopf. In der Zeit damals bin ich nach langem hin- und her und vielen schweren Wochen zu dem Entschluss gekommen, dass wir unseren Umzug „vorziehen“ und ein paar Jahre früher als geplant umziehen sollten.


Von dem Moment an, als ich aktiv wurde und nicht nur den Gedanken zuließ, sondern auch angefangen habe zu handeln, lief plötzlich alles wie am Schnürchen und wir sind ein paar Monate später tatsächlich umgezogen und sind hier nun alle vier sehr glücklich und zufrieden. Was ich aus der Zeit damals gelernt habe, ist genau das: Du hast eine Wahl und es kommt der Moment an dem Du genau diese Kräfte aktivieren kannst und das umsetzt was noch eine Woche davor als „viel zu schwierig“ und völlig unerreichbar ausgesehen hat. Leider kann man diese Momente nicht erzwingen, aber ich glaube daran, dass sie kommen, wenn man bereit ist an sich und seiner Einstellung zu arbeiten.


Was die momentane Situation betrifft, bin ich wohl noch nicht so weit. Und ich finde es auch richtig und wichtig, dass man manche Situationen im Leben schlicht und ergreifend als bescheuert bezeichnen darf. Das alleine tut manchmal schon gut.


Und während ich jetzt so schreibe, kommen mir doch so einige gute Dinge, die ich demnächst in Angriff nehmen werde, die vermutlich sonst im „normalen“ Alltag untergegangen wären oder bei denen ich mir dann - wie jedes Jahr nach Weihnachten - gedacht hätte „ach schade, das wollte ich eigentlich noch machen, aber dafür hatte ich gar keine Zeit“ …

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